Hintergrund - Michael Kunze erklärt was ein DramaMusical ausmacht

Der Begriff Musical ist so weit, dass er eigentlich überhaupt nichts mehr aussagt. Es fallen darunter Revuen, musikalische Komödien im Broadway Stil, amerikanische Operetten, Theaterstücke mit Musik und Konzept-Musicals ohne durchgehende Handlung.

Meine Musicals passen in keine dieser Kategorien. In Ermangelung eines besseren Begriffes nenne ich sie ‚DramaMusicals’. Am liebsten würde ich das Etikett Musical überhaupt vermeiden.

 

DramaMusicals ähneln Filmen. Alle, die an der Schaffung eines solchen Werkes mitarbeiten, akzeptieren, dass es darum geht, eine Geschichte möglichst gut zu erzählen. Was nicht der Erzählung der Geschichte dient, findet im DramaMusical nicht statt. Dann wird die schönste Musik gestrichen, der spektakulärste Effekt weggelassen, die atemberaubendste Tanznummer geopfert.

Mangels geeigneter Vorbilder habe ich eine eigene Erzählstruktur für meine Musicals entwickelt, die dreiaktig ist, mit Schlüsselszenen und Leitmotiven arbeitet und ansonsten stark von dem amerikanischen Story-Theoretiker Robert McKee beeinflusst wurde, der in New York mein Lehrer war.

 

Wie alle Musicals will auch das DramaMusical Publikumstheater sein. Im Kollektiv ist das Publikum sensibel und klug. Ich gestehe ihm das letzte Urteil über meine Arbeit zu. Wenn es sich langweilt, habe ich versagt. Ich leugne nicht, dass ich den Menschen, die ein Stück von mir sehen, etwas geben will, dass sie mit nach Hause nehmen können.

Ich möchte sie zu gewissen Gedanken und Gefühlen anregen, die auf ihren Alltag nachwirken. Das heißt aber nicht, dass sie von mir belehrt werden. Wenn sie in meinem Musical etwas lernen, dann ist es die Geschichte, die sie das lehrt.

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Von der Idee bis zur fertigen Bühnenversion ist es ein langer Weg. Michael Kunze erläutert worauf es bei der Konzeption und Entwicklung eines (Musik-)theaterstückes ankommt.